Es
muss wohl um das Jahr 1990 herum gewesen sein. Gerade 8 Jahre alt
geworden bekam ich meinen ersten eigenen Atlas. Begeistert wurde
dieser
aufgeschlagen und jeden Tag durchblättert (wen wundert's da,
dass
Geographie in meiner Schulzeit eines der Lieblingsfächer
wurde).
Besonders spannend fand ich schon damals die Karten, auf denen die
ganze Welt dargestellt wurde. Stundenlang habe ich diese einfach nur
angeschaut und war fasziniert von der Weite der Ozeane und der Anzahl
der Länder. Zugleich war es die Zeit, in der mein
Interesse für die Seefahrt, bedingt durch ein intensiveres
Erleben
von Fahrten mit der "Fernweh", zu steigen begann. Jahraus, jahrein
wurden die Sommerferien auf der "Fernweh" verbracht. Anfangs nur in
heimischen Gewässern (Mecklenburgische Seenplatte /
Müritz...) unterwegs, kam 1993 die für damalige
Verhältnisse erste "große Reise" rund Rügen und
Hiddensee dazu. Im zwei Jahres Rythmus sollten sich fortan heimische
Gewässer mit Törns in Nord- und Ostsee abwechseln (
siehe hierzu).
Die Freizeit an Bord wurde überbrückt mit Büchern
über Magellan und Co., die mit Faszination und Neugierde
verschlungen wurden. Zu diesem Interesse höchst eigenen Interesse
an der Seefahrt, gesellt sich
eine kleine Familientradition, die mit meinem Ururgroßvater
begann (der auf dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen seinen Dienst
leistete), sich
über
meinen Urgroßvater fortsetzte (der einen Schleppdampfer
sein Eigen nennen konnte) und bei meinem Großvater
endet
(der seinen NVA Dienst auf einem Schnellboot leistete, die "Fernweh"
und als Vorgänger den "Knurrhahn" baute). Auf die Idee eine
Weltreise mit dem eigenen Boot zu unternehmen, kam ich aber erst viel
später. Irgendwo in den Weiten des Internets bin ich
auf
Berichte über Weltreisen per (Segel-)Schiff gestoßen. Wenn
man sich
einmal mit diesem Thema beschäftigt, gelangt man unweigerlich
zu
immer weiteren, höchst interessanten, Homepages über
Weltumsegelungen.
Genau in diesem Moment kam zum ersten Mal die Idee, oder besser gesagt
der Wunsch, auf, dass doch auch ich es versuchen könnte, einmal
um
die Welt zu fahren. Im Laufe der Zeit wurde aus diesem Wunsch ein Ziel,
auf das hingearbeitet wird und demnächst Realität
werden
soll. Da mir das nötige Kleingeld für ein seetüchtiges
Segelboot fehlt, habe ich beschlossen, die Weltumrundung mit meiner
"Fernweh" zu wagen.
Bis es soweit ist, sind natürlich viele Tausend große und
kleine Dinge zu erledigen. Das beginnt bei den notwendigen
Umbauten der Fernweh und endet bei solch lapidar erscheinenden Sachen, wie
zum Beispiel den nötigen Informationen über die zu
befahrenen
Gewässer und Länder. Irgendwo dazwischen liegen Dinge
wie Impfungen, Versicherungen, Geldbeschaffungs- möglichkeiten
(Kreditkarten...) oder auch Kommunikationsmöglichkeiten. Egal
wieviel man plant - bei einer Weltreise wird man sicherlich die ein
oder andere Eventualität übersehen. Um dem
vorzubeugen und
für alle möglichen Widrigkeiten gewappnet zu sein, besteht die
Hauptbeschäftigung
in der Vorbeitungszeit, vor allem aus dem Studieren von
Lektüre
über bereits absolvierte Weltumrundungen mit dem Schiff. Viele
hilfreiche Tipps und Hinweise können hier entdeckt und zur eigenen Planung herangezogen werden.