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Nach dem Zuwasserlassen des Bootes, bestätigte sich die
Berechnung, dass der Schwerpunkt einen ganzen Teil höher lag als erwünscht. Da
unsere gesamten Aufbauten aus Stahl und schon fertig waren, war das
Unterwasserschiff noch ein hohler Vogel. Da von mir jedes eingebaute Teil
einigermaßen genau berechnet wurde, lagen wir jetzt bei 5t. Als wir das erstemal
mit kompletter Ausrüstung am Haken hingen, wog das Schiff 8,5t. Diese 3,5t
Differenz wurden überwiegend im Unterwasserschiff eingebaut. (Davon entfallen
allerdings fast 1t auf Dieselkraftstoff) Unsere Ausrüstung ist zurzeit so
komplett, dass wir uns als kleine Werkstatt bezeichnen können. Angefangen vom
Stromerzeuger, über Flex und Schweißgerät ist alles vorhanden. Unsere
Hilfeleistungen einigen Sportfreunden gegenüber, hat schon oftmals Erstaunen
hervorgerufen. In was für Berufszweige wir uns so alles reinarbeiten mussten,
war schon enorm. Neben dem Stahlbau war ja so allerhand Wissen an Motoren-,
Pumpen- Elektro- und
Rohrlegetechnik erforderlich und auf kleinsten Raum zu realisieren. Wenn ich
daran denke, dass wir drei Stromkreise haben: -230V für Landanschluss, die
Ladegeräte, Licht und Steckdosen für den Hafenbetrieb, -24V für Anlasser,
Signalhorn, diverse Motoren für Pumpen, Hubtisch und Scheibenwischer, -und 12V
für alle Beleuchtungen.
Die Tischlerarbeiten waren der nächste Komplex. Neben der
Schrankwand waren das alle Verkleidungen, Tische (mit Intarsien versehen), Klappliegen,
Polsterarbeiten für Sitzecken, die Himmel in den großen Räumen mit Leder
bespannt und das selbst gedrechselte Steuerrad (erst das dritte Steuerrad entsprach meinen
Vorstellungen). Daneben die so verschiedenen Maler- und
Lackierarbeiten. Allerhand Berufszweige die wir da streiften. Annähernd genauso
genau wurde von mir die finanzielle Ausgabenseite geführt. Um später einmal eine
annähernde Aussage machen zu können, wurde auch der geleistete Stundenaufwand
mitgeschrieben.
Übrigens: mein erstes selbst gebautes Boot, ein 8x2,5m Gleiter,
wurde mit einem Stundenlohnverdienst von 1(Ost)Mark verkauft. (Da kann man
schon staunen über Mindestlohn- und Hartz 4 Debatten) Ganz zu schweigen von den
nervlichen Belastungen. Ganz schlimm waren Phasen, in denen ich von
irgendwelchen Problemen träumte und nachts aufstand, Zeichnungen machte oder
irgendwelche Berechnungen überprüfte. Manchmal hatte ich Angst, dass mir in
irgendeiner Gehirnwindung ein Kurzschluss entsteht. Trotzdem wurde das Schiff
nach 5 Jahren Bauzeit urlaubsbereit.
Seit 1986 fahren wir die schönsten Reviere
ab und sind schon die letzten Jahre den gesamten Sommer auf unserer „Fernweh“. Ein
schöner Lohn nach soviel Verzicht. Nur wer Erfolg will, muss Erfolg wollen.
Allen Lesern dieser Zeilen wünsche ich viel Spaß beim Wassersport, obwohl die
richtigen Wassersportler immer weniger werden. Ahoi, und immer eine handbreit
Wasser unter dem Kiel.
HeiRö
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